CineGouna vergab in El Gouna mehr als 350.000 Dollar an 16 Filmprojekte
Der Industriezweig des Festivals erhielt in diesem Jahr mehr als 320 arabische Bewerbungen, über 100 davon aus Ägypten, und richtete mit Egyptian Voices eine Schiene für vier weitere ägyptische Projekte ein.
24. Oktober 2026

CineGouna, der Industriezweig des El Gouna Film Festivals, hat während der neunten Ausgabe des Festivals mehr als 350.000 Dollar in Geld und Dienstleistungen vergeben. Das Festival lief am Roten Meer bis zum 23. Oktober. Vierzig Auszeichnungen gingen an 16 der 19 teilnehmenden Projekte.
Mehr als 320 arabische Filmprojekte hatten sich in diesem Jahr um CineGouna Funding beworben, mehr als 100 davon aus Ägypten. Wegen der vielen ägyptischen Einsendungen richtete das Festival Egyptian Voices ein, eine neue Schiene, die vier weiteren ägyptischen Projekten Training in Pitching, Packaging und Koproduktion bietet.
Die Preisträger
- Der Dokumentarfilm „House No. 7“ der syrischen Regisseurin Rama Abdy über drei Frauen, die in Damaskus eine Zuflucht aufbauen, erhielt den CineGouna Platform Award über 15.000 Dollar für ein Projekt in der Postproduktion.
- „Paradise Beach“ der algerischen Regisseurin Zoulikha Tahar gewann die Auszeichnung über 15.000 Dollar für ein Projekt in der Entwicklung.
- „Lily's Makkah“, der erste Spielfilm der sudanesischen Regisseurin Marwa Zein, bekam eine Förderung über 10.000 Euro, Unterstützung in der Postproduktion und eine Einladung zum Durban FilmMart.
Die Projekte des Programms führten außerdem mehr als 140 Einzelgespräche mit Firmen, Institutionen und internationalen Festivals.
Ahmed Shawky, der CineGouna Funding leitet, sagte Variety, in vielen arabischen Ländern gebe es keine nationalen Filmfonds, Koproduktionsabkommen seien selten und die regionale Finanzierung unbeständig. Ägypten habe trotz hundertjähriger Kinogeschichte und mehr als 4.000 Spielfilmen keinen nationalen Filmfonds; die Filmkommission des Landes konzentriere sich darauf, ausländische Produktionen anzuziehen, statt einheimische zu finanzieren.
CineGouna Emerge, das Programm des Festivals für Nachwuchsfilmschaffende aus Ägypten, der arabischen Welt und Afrika, hat inzwischen mehr als 300 Teilnehmende aufgenommen. Die diesjährige Gruppe umfasste 16 Nationalitäten, darunter Ägypterinnen und Ägypter aus 20 der 27 Gouvernemente des Landes.
Hayat Aljowaily, die ägyptische Filmemacherin und Produzentin, die Emerge leitet, sagte, das Programm habe zunächst vor allem die Kosten übernommen, um Teilnehmende nach El Gouna zu bringen; sie nur ins Festival zu holen habe aber nicht genügt. „Jahr für Jahr haben wir gemerkt, dass Zugang allein nicht reicht und dass wir eine Umgebung schaffen und einen Raum für diese Teilnehmenden freiräumen müssen“, sagte sie Variety. El Gouna sei „nicht wirklich für ganz Ägypten erreichbar“; Filmschaffende außerhalb Kairos zu erreichen sei für das Programm zentral.
Emerge bietet inzwischen auch Mentoring, Workshops, Branchentreffen und einen eigenen Campus mitten im Festival.
Ahmed Amer, Produzent und Drehbuchautor und Leiter des CineGouna Forum, sagte, Geld sei nicht das Einzige, woran es der Region fehle. „Filmschaffende brauchen mehr kreative Produzenten“, sagte er Variety. „Finanzierung ist definitiv ein Problem, aber kreative Produzenten werden dringend gebraucht.“