15 Meter lange Wasserzisterne im mittelalterlichen Pilgerhafen Aydhab entdeckt
Archäologen haben in Aydhab im äußersten Süden der Küste des Roten Meeres mehrere große Wasserzisternen gefunden, darunter ein Hauptbecken von rund 15,1 Metern Länge aus Sandstein und Korallenstein, abgedichtet mit Kalkputz. Das berichtet Youm7.
1. Oktober 2026

Ägyptische Archäologen haben in Aydhab, dem mittelalterlichen Hafen im äußersten Süden der ägyptischen Rotmeerküste, eine Gruppe großer Wasserzisternen entdeckt – darunter ein Hauptbecken von rund 15,1 Metern Länge, 3,15 Metern Breite und knapp drei Metern Höhe. Das berichtet Youm7.
Mohamed Abu El-Wafa, Leiter der archäologischen Öffentlichkeitsarbeit bei der Antikenverwaltung des Roten Meeres, sagte der Zeitung, die Zisterne sei aus Sandstein und lokalem Korallenstein errichtet und anschließend mit einer Schicht weißen Kalkputzes abgedichtet worden, damit kein Wasser versickert. Auf der Südseite des Geländes seien weitere Zisternen gefunden worden, dazu Gebäude und Versorgungsbauten. Abu El-Wafa leitete die Mission des Obersten Antikenrats, die den Fund machte; wann die Ausgrabung stattfand, steht in dem Bericht nicht.
Die Becken zeigen laut Abu El-Wafa, wie gut der Hafen ausgebaut war. Wasser hielt Schifffahrt und Handel in Gang – und versorgte die Pilger, die in Aydhab auf dem Weg nach Mekka an Land gingen.
Aydhab liegt auf dem Abschnitt zwischen Halayeb und Shalateen, im Gebiet von Abu Ramad. Abu El-Wafa führt die Gründung auf die Bedscha-Stämme der Ostwüste zurück, nachdem die römische Ausdehnung in ihr Gebiet Erwerbsquellen aus Weidewirtschaft, Handel, Viehhandel und Goldgewinnung eingeschränkt hatte. Zunächst war es ein Handelshafen – Gewürze, Kräuter und Sklaven –, bevor er zu einem der wichtigsten Häfen an den Handelsrouten der Region wurde. Der Historiker al-Maqrizi beschrieb ihn als blühenden Hafen an einer internationalen Route, die die Häfen des Jemen mit denen Indiens und des Mittelmeers verband. Ibn Battuta kam hier durch, vor ihm Ibn Dschubair und al-Tudschibi.
Der Pilgerverkehr über Aydhab endete laut Abu El-Wafa mit den Konflikten zwischen den Mamluken und den Bedscha. Danach nutzten die Pilger andere Wege, unter anderem über die Levante.
Der alte Hafen von El Quseir und die Kiswa der Kaaba
Der alte Hafen von El Quseir entwickelte sich daraufhin zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte für Pilger von der ägyptischen Rotmeerküste – und zu dem Hafen, über den die Kiswa, das Tuch zur Verhüllung der Kaaba, von Ägypten zum Heiligtum in Mekka geschickt wurde. Das gab der Stadt erhebliches religiöses und wirtschaftliches Gewicht. Abu El-Wafa datiert den Beginn auf die Zeit nach Ausbruch der Kreuzzüge, als der Landweg zwischen Ägypten und dem Hidschas geschlossen war und der Verkehr auf den Seeweg verlagert wurde.
Für El Quseir liegt diese Geschichte unter einem Hafen, der noch in Betrieb ist. Die praktische Lücke im Bericht, für alle an der Küste, die etwas davon sehen möchten: Er enthält keine Besucherinformationen zu den beiden Orten – nichts zum Zugang in Aydhab und kein Wort darüber, ob die neu gefundenen Zisternen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.