Neue Bootsregeln am Roten Meer sollen Delfintouren erfassen – noch nicht genehmigt
Gouverneur Walid El-Barqi hat den Ausschuss für maritime Aktivitäten angewiesen, die aktualisierten Regeln für Ersatz und Erneuerung der Lizenzen fertig zu genehmigen und eine Datenbank der Delfinboote aufzubauen.
24. Oktober 2026

Das Gouvernement Rotes Meer arbeitet an aktualisierten Regeln für Ersatz und Erneuerung der Lizenzen jener Boote, die Gäste von Hurghada, El Gouna und den übrigen Marinas der Provinz aufs Meer hinausbringen. Unterschrieben sind die Regeln noch nicht.
Gouverneur Walid El-Barqi traf den für maritime Aktivitäten zuständigen Ausschuss, um das Lizenzsystem und die Bedingungen für Ersatz und Erneuerung durchzugehen. Er wies den Ausschuss an, die aktualisierten Regeln zu prüfen und die Genehmigungsschritte abzuschließen, bevor sie unterzeichnet und angewendet werden. Für Ausflugsboote sollen technische Standards gelten, die zum Niveau des touristischen Angebots der Provinz passen; bei der Erneuerung soll der technische Zustand strenger geprüft werden.
Geplant ist außerdem eine umfassende Datenbank aller Boote, die in der Provinz fahren, mit Bootstyp, Art der Tätigkeit, Länge, technischem Zustand, Lizenzart sowie Angaben zur technischen und zur Arbeitssicherheit. Lizenzierung und Erneuerung sollen damit daran gekoppelt werden, ob ein Boot die technischen Vorgaben und die Anforderungen der Seesicherheit erfüllt.
Delfintouren
Die neuen Vorgaben erstrecken sich auch auf private Schnellboote im Ausflugsverkehr, vor allem auf jene, die Fahrten zur Delfinbeobachtung anbieten.
Ahmed Ghallab, Generaldirektor der Schutzgebiete am Roten Meer, sagte, für diese Schnellboote müsse die zulässige Betriebskapazität festgelegt werden, dazu klare Bedingungen zum Schutz der Meerestiere und zur Sicherung dieses Ökotourismus. Er forderte zudem eine eigene Datenbank der privaten Boote, die solche Fahrten anbieten; der Gouverneur wies deren Erstellung an.
Wie groß die Flotte ist
Im Gouvernement Rotes Meer sind dem Bericht zufolge knapp 5.000 touristische Boote und Schnellboote unterschiedlicher Art im Einsatz.
Ashraf Abadi, Leiter eines Tauchzentrums am Roten Meer, sagte, täglich fahren 1.000 bis 1.200 Boote hinaus. Von Hurghada gehe es meist zur Insel Giftun sowie nach Magawish, Abu Minqar, Shaab El-Erg und El Fanous, von El Gouna zu Tauchplätzen bei den Tawila-Inseln und bei El Deir, Bayoud und Abu Nuhas.
Was heute schon gilt
Lizenzen erteilt die Behörde für Seesicherheit nach einer technischen Begutachtung durch einen Fachausschuss, je nach Bootslänge für ein Jahr oder ein halbes Jahr; die Boote sind üblicherweise 20 bis 40 Meter lang. Dazu kommen Genehmigungen der Sicherheitsbehörden alle drei Monate, bei denen die Zahl der Passagiere mit der Lizenz abgeglichen wird.
Mohamed Awad, Kapitän eines Ausflugsboots, sagte, vor dem Auslaufen werde die Sicherheitsausrüstung genau geprüft; ein Boot werde erst freigegeben, wenn die Rettungs- und Sicherheitsausrüstung vollständig vorhanden sei:
- eine Rettungsweste für jeden Passagier
- Rettungsringe und Feuerlöscher
- ein kleines Schlauchboot ("Zodiac") für Notfälle
Die zulässige Zahl der Passagiere hängt laut Awad von der Art der Fahrt ab: in der Regel 35 bis 40 bei Ausflugsfahrten, 20 bis 25 bei Tauchfahrten und 7 bis 15 auf den kleinen Booten für Angeltouren.
Die Zentrale Verwaltung für Seeinspektion der Behörde für Seesicherheit kontrolliert die Boote einmal im Jahr, dazu kommen unangekündigte Kontrollkampagnen. Werden Verstöße bei der Passagierzahl, dem technischen Zustand oder der Sicherheitsausrüstung festgestellt, wird die Lizenz entzogen und ein Verfahren eingeleitet.
Wann die aktualisierten Regeln unterzeichnet und angewendet werden, ist nicht genannt; ihr Wortlaut ist nicht veröffentlicht.