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Ägypten verbietet das Vergiften von Straßenhunden – neue nationale Strategie

Vergiften, Massentötungen und das unerlaubte Aussetzen von Straßentieren sind landesweit verboten. Sterilisation, Tollwutimpfung und Rückführung an den Fundort werden zur einzig zugelassenen Methode, Verstöße sollen rechtlich verfolgt werden.

23. Juli 2026

Coastal view near Hurghada, Egypt, showing arid landscape and buildings by the Red Sea
Photo: Alx R, CC BY 3.0

Ägypten hat eine einheitliche nationale Strategie zum Umgang mit Straßentieren beschlossen. Sie verbietet Vergiftungen und Massentötungen und macht Sterilisation, Tollwutimpfung und Rückführung zur einzigen zugelassenen Methode, wie Egypt Independent berichtet.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Bodenmelioration kündigte den Plan laut Ahram Online am 17. Juli an. Untersagt sind der Einsatz von Gift, Massentötungen sowie das unerlaubte Aussetzen von Straßentieren außerhalb festgelegter Bereiche; nach Angaben des Ministeriums werden Sicherheits- und Aufsichtsbehörden rechtlich gegen Verstöße vorgehen.

An ihre Stelle tritt als offizielles Verfahren „Trap-Neuter-Return“: Die Hunde werden eingefangen, gegen Tollwut geimpft, kastriert oder sterilisiert und an ihren Fundort zurückgebracht. Wie Egyptian Streets berichtet, bezeichnete das Ministerium TNR als den einzigen international anerkannten wissenschaftlichen und veterinärmedizinischen Ansatz zur Steuerung von Straßenhundpopulationen. Laut Ahram Online sollen mindestens 70 Prozent der Straßenhunde gegen Tollwut geimpft werden.

Egypt Independent berichtet, dass auf Anweisung von Präsident Abdel Fattah El-Sisi ein Ausschuss aus Vertretern der zuständigen Ministerien und staatlichen Stellen gebildet wurde. Das Gesamtpaket umfasst zudem die Modernisierung von Veterinärstationen, Schlachthöfen und Diagnoselaboren sowie Gesetzesnovellen und neue digitale Datenbankplattformen.

Die Zahl der Straßenhunde in Ägypten wird auf 10 bis 11 Millionen Tiere geschätzt, so Egyptian Streets, das Landwirtschaftsminister Alaa Farouk und Ministerin für lokale Entwicklung Manal Awad nennt. Das Ministerium argumentiert außerdem, Straßentiere hielten Nagetiere und Giftreptilien in Schach und seien Teil des ökologischen Gleichgewichts des Landes.

Die Strategie ist laut Egyptian Streets auf das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, den Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal sowie die Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit abgestimmt. Kommunalbehörden, Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen wurden zur Einhaltung aufgerufen.

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