Ägyptens Fans machen aus dem WM-Aus eine trotzige „Toz"-Feier
Ein Video, das den WM-Pokal in einem Mülleimer neben dem Wort „toz" zeigt, kam auf 9,2 Millionen Aufrufe – Ausdruck des ägyptischen Zorns über die 2:3-Niederlage gegen Argentinien im Achtelfinale, ein vom VAR aberkanntes Tor und einen abgewiesenen Elfmeterappell.
22. Juli 2026

Ägyptens Fußballfans haben aus einem schmerzhaften WM-Aus eine trotzige Feier gemacht, wie Egyptian Streets berichtet. Das Portal beschreibt ein Video, in dem der FIFA-WM-Pokal zwischen Abfall in einem Mülleimer steht, von einer Wasserflasche getroffen wird und daneben das arabische Wort „toz" eingeblendet ist – zu übersetzen etwa mit „egal" oder „von mir aus".
Das Video stammt laut Egyptian Streets von dem ägyptischen Creator Danny Arafa und erschien einen Tag nach der 2:3-Niederlage gegen Argentinien auf Instagram. Es kam auf 9,2 Millionen Aufrufe und mehr als 460.000 Likes, eine englische Fassung auf über eine Million; die Bildunterschrift lautet: „We couldn't care less about FIFA and their calls." Arafa produziert inzwischen Sticker und Poster mit dem Pokal im Mülleimer, deren Erlös an palästinensische Hilfsorganisationen geht, so das Portal.
Der Zorn dahinter geht auf das Achtelfinale am 7. Juli im Stadion von Atlanta zurück. Ägypten führte elf Minuten vor Schluss mit 2:0 und kassierte dann drei Gegentore: Lionel Messi glich aus, Enzo Fernández traf in der Nachspielzeit zum Sieg, wie Al Jazeera berichtet.
Ein Treffer von Mostafa Ziko in der 62. Minute, vorbereitet von Mohamed Salah, wurde nach VAR-Überprüfung aberkannt – Marwan Attia hatte im Aufbau leicht am Trikot von Lisandro Martínez gezogen und ihm auf den Fuß getreten, berichtet Al Jazeera. Ein später Elfmeterappell, nachdem Hamdy Fathy nach einem Zweikampf zu Fall gekommen war, wurde abgewiesen.
Der Präsident des ägyptischen Fußballverbands, Hany Abo Rida, legte offiziell Beschwerde gegen den französischen Schiedsrichter François Letexier und dessen Assistenten ein und kritisierte laut Al Jazeera „einflussnehmende Schiedsrichterleistungen" sowie den Einsatz des VAR bei Szenen, die den Spielverlauf direkt beeinflusst hätten.
Der frühere englische Stürmer Alan Shearer sagte zu den Entscheidungen: „Entweder sind beides Fouls oder keines von beiden." Al Jazeera berichtete außerdem von Kritik durch Rob Green, der die Szene für nicht überprüfbar durch den VAR hielt, sowie durch Ian Wright und Jamie Carragher.